IVBV-Jahreskongress 2008
IVBV-Jahreskongress 2008
Der 21. Jahreskongress der IVBV fand vom 23.
bis 25. Mai 2008 im
Mövenpick Hotel in Egerkingen (Schweiz) statt. In diesem Haus fand vor 20 Jahren die Gründungsversammlung der IVBV statt und
dorthin kehrte die IVBV für diesen Jubiläumskongress zurück.
Viele Teilnehmer zeigten sich positiv beeindruckt von der Qualität und
Vielseitigkeit des wissenschaftlichen Programms. Der IVBV war es gelungen, neben
bewährten Rednern auch interessante neue Referenten zu gewinnen, die einen
anregenden 'Blick über den Tellerrand' ermöglichten. Mit Sicherheit wurden viele
neue Kontakte zwischen den Disziplinen geknüpft, die für eine noch engere
Zusammenarbeit zugunsten der betroffenen Menschen sehr förderlich sind.
Den Pressebericht der IVBV über diesen Kongress können Sie hier nachlesen. Einen Bericht aus der DOZ finden Sie hier.
Um einige während des Kongresses entstandene Schnappschüsse anzuschauen, klicken Sie bitte hier.
Nachfolgend finden Sie einen Überblick über
das Kongressprogramm.
| Freitag, 23. Mai 2008 | ||
| Seminare | ||
| 09.00
bis 12.30 Uhr jeweils Kaffeepause von 10.30 bis 11.00 Uhr |
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S3 |
Dr. Fritz Gorzny und Dr. Urs Schmied Augenärztliche Erfahrungen mit der MKH Beim Fehlen kontrollierter wissenschaftlicher Studien zur MKH sind Anwendender mit langjähriger und vielseitiger Praxis eine wichtige Informationsquelle, auf die zugegriffen werden kann. Beide Vortragende sind seit vielen Jahren als MKH-Anwender mit schielchirurgischer Praxis tätig. Sie werden ihre Erfahrungen mit dem gesamten Spektrum von Korrektionen nach MKH darlegen. |
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S 4 |
Roger Crelier Funktionsteste in der Voruntersuchung zur binokularen Korrektion Das Seminar wird den Teilnehmern aufzeigen, wie die verschiedenen Funktionsteste durchgeführt werden und welche Schlüsse daraus gezogen werden können. Die Funktionsteste dienen hier als Voruntersuchung zur eigentlichen Brillenglasbestimmung mit binokularer Korrektion. Die Resultate sollen im Zusammenhang mit einer nachfolgenden Messung oder Korrektion von Ametropie und/oder Heterophorie bzw. Disparation beurteilt und die Auswirkungen abgeschätzt werden. Die hier angewandten Tests liegen zwar in vielen Bereichen nahe an den funktional-optometrischen Tests, differenzieren sich aber gleichzeitig deutlich. Die Funktionsteste, wie sie hier verstanden und behandelt werden, dienen ausschließlich der Differenzierung zum pathologischen Binokularsehen bzw. sollen helfen, Störungen richtig zu beurteilen und entsprechend zu handeln. |
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S 5 |
Volkhard Schroth MKH für erfahrene Anwender Schwerpunkt 1: Stereopsis-Teste. Von allen MKH-Testen sind die Stereopsis-Teste sowohl für den Anwender als auch für Kunden am anspruchsvollsten. Wie kann man mit diesen Testen reproduzierbare und damit zuverlässige Korrektionsschritte finden? Welche Fallstricke lauern an diesen Testen und wie kann man sie vermeiden, um erfolgreiche Korrektionen zu erreichen? Die theoretischen Hintergründe werden dazu auf neuestem, wissenschaftlichem Stand vermittelt, vor allem aber auch die konkrete, praktische Anwendung. Schwerpunkt 2: Erfolgreich korrigieren, indem man Kunden-Erwartungen und Möglichkeiten einer Brillenkorrektion realistisch in Übereinstimmung bringt. Dieser zweite Schwerpunkt des Seminars widmet sich der Frage, wie man den möglichen Korrektionserfolg frühzeitig abschätzen und bewerten kann, um damit gezielt auf die Erwartung der Kunden eingehen zu können. Dazu gehören die differenzierte Auswertung der Anamnese, die Funktionsteste für Akkommodation und Vergenz und die Messergebnisse an den Nahtesten. |
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S 6 |
Manfred
Voit Stereoteste stellen als feingliedrige Verfahren durch die Anwesenheit von Fusionsreizen das letzte der drei Bindeglieder im Übergang auf ein natürliches Sehen dar. Folgende Themen werden ausführlich angesprochen und mit vielen Beispielen und Bildern hinterlegt:
An allen Testen sollen ausführlich Beispiele für verschiedene WF-Arten dargestellt werden. |
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S 7 |
Beate Göpel Professionelle Integration der MKH in den augenoptischen Alltag Zeitproblem? Keinen Kopf frei für die MKH? Nicht genug Erfahrung? Keine Ner-ven dafür? Diese Messungen passen nicht in den allgemeinen Betriebsablauf? Die MKH ist eine aufwändige Messmethodik und erfordert viel Konzentration und Übersicht, aber auch Diplomatie in Gesprächen und Organisation im Umfeld. Das sollte nach diesem Seminar für Sie kein Hinderungsgrund mehr sein. Hier lernen Sie alles so zu organisieren, dass Sie Zeit sparen und den Kopf frei behalten. Dabei ist natürlich eine sehr individuelle Kundenbetreuung zu gewährleisten.
werden besprochen. Sie bekommen Tipps, wie Sie
den Zeitbedarf von MKH-Kontrollen einschätzen und kontrollieren können.
Viele Praxistipps aus 15 Jahren MKH – trotz oft betrieblich widriger
Umstände – sind für Sie zusammengestellt. |
| S 9 |
Winfried Scholtz Vom Krabbeln zum optimalen Binokularsehen – Kooperation zwischen Ergotherapeut und MKH-Anwender (Wdh.) Ergotherapie und Warnke-Verfahren Ergotherapie beschäftigt sich mit Defiziten in allen Leistungsbereichen: Lernstörungen, Störungen der Laut- und Schriftsprache, Störungen von Denken, Wahrnehmung, Bewegungsfähigkeit und Verhalten. Das Warnke-Verfahren hat sich als ganzheitliches ursachenorientiertes Trainingsverfahren bewährt. Winkelfehlsichtigkeit aus Sicht eines Egotherapeuten: WF ist eine Form asymmetrischer Bewegungen und fällt im ergotherapeutischen Befund bei anderen Bewegungsstörungen auf. Die Verbesserung der allgemeinen Bewegungsmöglichkeiten verbessert immer auch die Augenbewegungen. Zusammenhang zwischen Entwicklung der Motorik und des Binokularsehens: Krabbeln ist die Trainingsphase der kindlichen Entwicklung, in der wesentliche neuronale Verschaltungen zwischen Sinnesmodalitäten und Motorik erstellt werden. Es entstehen dabei Verbindungen zwischen beiden Körperseiten, beiden Hirnhälften und allen paarigen Sinnesorganen. Einblick in den Prüfablauf nach Warnke: Es werden einige typische Prüfschritte zur Befunderhebung im Zusammenhang mit der binokularen Fusion und asymmetrischen Bewegungsmustern vorgestellt. Trainingsmöglichkeiten nach Warnke: Der Erfolg kommt im Wesentlichen aus der konsequenten Nutzung der inter-modalen und der sensomotorischen Kopplung. Vorgestellt werden: Low-Level-Funktions-Training, motorisches Trainingsprogramm zum „Nachholen“ der Krabbelphase, Lateraltraining. |
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| S 11 |
Désirée Ludwig-Stangenberg MKH – ein grundlegender Bestandteil der verantwortlichen Kinderoptometrie (Wdh.) Dieses Seminar richtet sich an MKH-Anwender/innen (AO-Meister/innen), die sich nach erfolgreichen MKH-Korrektionen bei Erwachsenen jetzt vermehrt der Vermessung von kindlichen Sehfehlern zuwenden möchten. Gemeinsam werden die Teilnehmer/innen die einzelnen Bestandteile einer Sehfunktionsprüfung für Kinder zusammenstellen und den sinnvollen und rationellen Ablauf erarbeiten. Der fachlich qualifizierte und vor allen Dingen verantwortungsvolle Umgang mit kindlichen Sehproblemen soll im Vordergrund des Seminars stehen. |
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| 12.30 bis 14.00 Uhr | Mittagspause | |
| 14.00
bis 18.30 Uhr Vorträge (mit anschließender Diskussion) |
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| 14.00 bis 14.20 Uhr |
Georg Stollenwerk offizielle Eröffnung des Kongresses, "20 Jahre IVBV, 50 Jahre MKH" |
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| 14.20 bis 14.40 Uhr | Grußworte | |
| 14.40 bis 15.00 Uhr |
Prof. Ralph Krüger Laudatio anlässlich der Verleihung des Hans-Joachim Haase-Preises 2008 |
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| 15.00 bis 16.30 Uhr | V 1 |
Prof. Dr. Adrian Schwaninger: Wahrnehmung und Erkennung von Gesichtern und Objekten - Beispiele aus Grundlagenforschung und Anwendung Die Wahrnehmung und Erkennung von Gesichtern und Objekten gehört zu den wichtigsten Leistungen des Gehirns. In diesem Vortrag wird erklärt, wie Gesichter und Objekte wahrgenommen und im Gedächtnis repräsentiert werden. Dabei werden Theorien und Befunde aus der Wahrnehmungspsychologie, der Informatik und den kognitiven Neurowissenschaften möglichst anschaulich dargestellt und verknüpft. Im zweiten Teil des Vortrages wird gezeigt, wie aus der Grundlagenforschung gewonnene Erkenntnisse in der Praxis umgesetzt werden können. Als Beispiel dienen dabei Sicherheitskontrollen an Flughäfen, bei welchen mit Röntgengeräten Passagiergepäck analysiert wird und Sicherheitsbeauftragte schnell und zuverlässig verbotene Gegenstände erkennen müssen. |
| 16.30 bis 17.00 Uhr | Kaffeepause | |
| 17.00 bis 17.50 Uhr | V 2 |
Prof. Dr. Burkhard Fischer: Blickmotorik und Fixationsstabilität Die sprunghaften Bewegungen der Augen sind ein integraler Bestandteil des natürlichen Sehprozesses. Während der Intervalle zwischen den Sakkaden ruhen die Augen (Fixation) und die Informationen des Netzhautbildes können in die Sehzentren des Gehirns gelangen. Der Sehprozess läuft daher in der Zeit ab: in jeder Sekunde erreichen 3 bis 5 neue Bilder das Gehirn. Fixationsperioden und Blicksteuerung müssen auf einander abgestimmt sein. Beim beidäugigen Sehen gilt entsprechendes für den Konvergenzwinkel. Die Grundzüge der Blicksteuerung und der Fixation und deren quantitative Bestimmung werden erläutert. Die Anwendung der Methodik wird anhand des Beispiels der Legasthenie gezeigt. Entwicklungsrückstände werden erkannt und durch tägliches gezieltes Training zuhause aufgeholt. Es entsteht ein positiver Transfer auf die Leseleitung. |
| 17.50 bis 18.20 Uhr | V 3 |
Prof. Ralph Krüger Basiswissen und Vokabular zum Design wissenschaftlicher Studien Sollen Studien zur Akzeptanz der spezifischen Wirksamkeit einer Methode führen, so gilt es heute, hohen Anforderungen gerecht zu werden. Dies betrifft sowohl die Konzeption als auch die Durchführung der Studie. Diese Anforderungen werden erläutert und begründet. Auch auf den mit derartigen Studien verbundenen Aufwand wird eingegangen. Das zugehörige Vokabular mag einem Großteil des Auditoriums nicht vertraut sein. Es soll hier vorgestellt und erläutert werden, um sachgerechte Diskussionen über wissenschaftliche Studien zu fördern. |
| 18.45 bis 20.15 Uhr | Generalversammlung (nur für Mitglieder der IVBV) | |
| 20.30 Uhr | Nachtessen | |
| Samstag, 24.Mai 2008 | ||
| 09.00
bis 12.30 Uhr Vorträge |
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| 9.00 bis 9.30 Uhr | V 4 |
Jan Dominiczak Besser Sehen – besser Lernen? Die optisch-visuellen Ursachen verzögerter Wahrnehmung oder auch die Beeinträchtigung der Schulkinder durch entwicklungsbedingte Weitsichtigkeit werden von der Wissenschaft immer noch nicht wahr- und ernst genommen – zumindest hat es diesen Anschein. Mit deren Auswirkungen sind Lehrerinnen und Lehrer bei ihrer Arbeit dafür umso mehr konfrontiert - täglich. Einige Lernprobleme scheinen gegen alle, bewährte und neue Lernmethoden, resistent zu sein. Für durchschnittlich Intelligente mit Lese- und Rechtschreibproblemen ist der Titel „Legastheniker“ die Eintrittskarte in Förderprogramme. Ihre Eltern und sie selbst verbinden damit unbestimmte Hoffnungen. Kinder, deren Nahsehen so desolat ist, dass sie die Aufgaben der Tests zur Feststellung ihrer Intelligenz visuell nur schwer erfassen können, liegen im Ergebnis oft weit unter ihrem eigentlichen Leistungsvermögen und werden teilweise als „dumm“ abgestempelt. Bei begünstigten visuellen Fähigkeiten könnten diese von ihnen erfolgreicher absolviert werden. Die meisten dieser Tests sind nonverbal und erfassen damit zwangsläufig vor allem die visuelle Auffassungsgabe. Dennoch werden deren Ergebnisse als Abbild der "Intelligenz" bewertet. Dies hat Folgen! |
| 9.30 bis 10.00 Uhr | V 5 |
Ralph Warnke Auswirkungen von auditivem Training auf das Sehen Was verbindet das Sehen mit dem Hören? Vor allem geschieht dies durch so genannte Spiegelneuronen in unserem Gehirn – das wird einleitend anhand einer in NATURE veröffentlichten Studie belegt. Kinder mit Leserechtschreibproblemen werden von deren Eltern etwa gleich häufig dem Augenarzt oder dem HNO-Arzt zugeführt. Der Augenarzt attestiert dem Kind zumeist ein gutes Sehvermögen, der HNO-Arzt ein gutes Hörvermögen. Wenn sich die Eltern mit diesem Befund nicht zufrieden geben, bedarf es schon einer gehörigen Portion Glückes, um eine Gasse entweder zu einem IVBV-Mitglied oder zu einem Warnke®-Trainer zu bahnen. Dabei sagt die Statistik des Referenten aus mehr als 1.000 Einzelfällen von LRS-Kindern, dass eine zentrale Hörstörung ebenso selten allein kommt wie eine Winkelfehlsichtigkeit. Damit ist es dringlich angezeigt, in beiden Fachrichtungen eine übergreifende Prüfung und Förderung sicherzustellen. Seitens der mehr als hundert Warnke®-Trainer in Deutschland, Österreich und in der Schweiz geschieht dies bereits systematisch. Der Referent gibt konkrete Hinweise für eine engere Kooperation zwischen beiden Seiten zum Wohle der betroffenen Kinder mit Lernproblemen und der aus ihnen werdenden Erwachsenen. |
| 10.00 bis 10.30 Uhr | V 6 |
Remo Poffa Können funktionaloptometrische Messungen die MKH ergänzen oder sogar ersetzen? Bei funktionaloptometrischen Messungen kommen verschiedene Methoden zur Anwendung, um Aussagen zum Vergenzsystem und zur Akkommodation zu erhalten. Die Resultate dieser Messungen geben uns zusätzlich zur MKH Informationen, in welchem Zustand das visuelle System unseres Kunden ist. Das Referat soll diese zusätzlichen Methoden vorstellen und den Nutzen erläutern, den wir als MKH-Anwender daraus ziehen können. |
| 10.30 bis 11.00 Uhr | Kaffeepause | |
| 11.00 bis 12.00 Uhr | V 7 |
Dr. Bernhard Ewen: Ostheopatischer Ansatz zum Zusammenhang zwischen Binokularstörungen und Spannungszuständen im Körper Funktionelle und strukturelle Störungen des Auges fordern Kompensationen - lokal und entfernt (Verkettungen) -, die erreicht oder nicht erreicht (Symptome) werden können. Dekompensationen und damit ebenfalls Symptome am Auge und/oder übrigen Cranium oder entfernter Lokalisation treten auf beim Aufeinandertreffen mit einer oder mehreren anderen Dysfunktionsketten (M. Forte). Dies wird an den Krankheitsbildern des Schielens (Strabismus/Tropien) und des latenten Schielens (Winkelfehlsichtigkeit/Phorien) dargestellt. Dabei werden funktionelle und damit osteopathischer Therapie zugängliche von strukturellen Ursachen unterschieden, die ophthalmologisch-orthoptisch unter möglicher osteopathischer Mitbehandlung angegangen werden. Die osteopathischen Behandlungsmöglichkeiten mittels klassisch cranialer Techniken und der BMT-Techniken (balanced membranous tension) von Sutherland werden vorgestellt, eingebunden in eine kurze Darstellung anatomischer und physiologischer Grundlagen (Lehrbuch von Prof. Jane Carreiro: „Pädiatrie aus osteopathischer Sicht“). Zum Schluss wird die praktische Zusammenarbeit zwischen Augenarzt/Augenoptiker und osteopathischem Mediziner/Therapeuten geschildert, Indikationen und Kontraindikationen aufgezählt. Die bisherigen Behandlungsergebnisse werden geschildert und diskutiert. |
| 12.00 bis 12.30 Uhr | V 8 |
Dr. Urs Schmied: Bedeutung von Placebo-Effekten In der klinischen und auch in der wissenschaftlichen Medizin galt und gilt häufig immer noch eine Pacebo-Wirkung einer Intervention als irgendwie 'unecht' oder nicht erstrebenswert. Obwohl viel von Placeboeffekten gesprochen wird, gibt es wenig spezifische Forschungsarbeiten darüber. Solche zeigen, dass Placebo-Effekte wichtig und "real" sind und unbedingt vermehrt berücksichtigt werden müssen. |
| 12.40 bis 14.00 Uhr | Mittagessen | |
| Seminare | ||
| 14.30 bis 17.30 Uhr jeweils Kaffeepause von 15.30 bis 16.00 Uhr |
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S 14 |
Volkhard Schroth Studentenseminar Die MKH korrekt anzuwenden ist eigentlich ganz einfach. Es gibt einige wenige fundamentale Prinzipien, aus denen man sich jeden Korrektionsschritt ableiten kann. Bevor es aber an die Prismen-Korrektion geht, ist die MKH als subjektive Prüfmethodik auf Frage und Antwort angewiesen. Ohne ein zuverlässiges Verstehen der Kunden-Wahrnehmung wäre jeder Korrektionsversuch zum Scheitern verurteilt. Daher wird im Seminar die Fragetechnik genauer unter die Lupe genommen und in praktischer Demonstration vorgeführt. Als Schwerpunkt geht es um die Prinzipien: Was passiert mit dem Augenpaar / was passiert im Gehirn: Stichwort Tonuslösung, Bildlagefehler, Stereopsis. MKH ist ganz einfach, wenn man die Testarten kennt – konventionell, FD-Test, Stereopsis-Test, was an Kundenwahrnehmungen vorkommen kann und wenn man die Schrittgröße an den verschiedenen Testen weiß. |
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S 16 |
Rolf-Jürgen Dahl MKH in der Praxis des Optometristen Der Referent beschreibt im Seminar den Ablauf der Refraktion mit Schwerpunkt MKH im Binokularbereich. Er zeigt seine Vorgehensweise in der täglichen Arbeit auf und geht dabei intensiv auf Auffälligkeiten während der Messung ein. Dies gilt sowohl für die monokulare wie auch für die binokulare Wahrnehmung des Probanden. Vom Crowding über "Auslasser", "Verdoppler" und "Verwechsler" sind es dann die Phänomene vor allem an den Binokulartesten, deren Deutung für den Prüfer oftmals sehr schwierig ist. Er geht auf psychologische Gesichtspunkte im Umgang mit dem Klienten ein und spricht über die Bewertung von Fragebögen und Schriftbildern im Zusammenhang mit einer WF. Eine Darstellung und Erläuterung der fehlerhaften Wahrnehmung bei einer WF runden das Seminar ab. Am Ende des Seminars bleibt genügend Zeit zur Diskussion und Fragen an den Referenten. |
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S 17 |
Benjamin Walther Aus der Praxis – für die Praxis: Presbyopie + WF + Anisometropie – wie verdopple ich die Anzahl begeisterter Gleitsicht-Träger? 56% der deutschen Bevölkerung ist presbyop – Tendenz steigend: Wie steht es um Ihre Stückzahlen begeisterter Gleitsicht-Träger? Ab wie viel Dioptrien beginnt für Sie "Anisometropie"? Gibt es so etwas wie "Gleitsicht-Unverträglichkeit"? Im ersten Seminar-Teil werden die acht verschiedenen Arten prismatischer (Neben-)Wirkungen in Gleitsicht-Brillengläsern samt den sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Praxis der täglichen Gleitsicht-Anpassung behandelt. Die sieben notwendigen Anamnese-Messungen mit Schlussfolgerungen werden erläutert. Zahlreiche Demo-Videos von Endverbrauchern sowie acht Fallbeispiele mit konkreten Problemstellungen leiten über zum Praxis-Teil: Gibt es unter 40-jährige, die schon presbyop sind? Ab wann ist Anisometropie relevant für Gleitsicht? Was hat Anisometropie mit Winkelfehlsichtigkeit zu tun? Führt Anisometropie bei Mehrstärken-Brillengläsern zu denselben Auswirkungen wie bei Einstärken-Brillengläsern? Wie stelle ich bei Anisometropen Prismenbedarf fest? Funktioniert die MKH bei anisometropen Presbyopen? Welche Messungen und Vorgehensweisen führen zu verlässlichen Ergebnissen und sehbegeisterten Gleitsicht-Trägern? Gibt es einen "Refraktions-Ablauf-Plan" für (vielleicht winkelfehlsichtige?) anisometrope Presbyope? |
| S 19 |
Désirée Ludwig-Stangenberg und Urs Keller Aspekte zum Thema Ernährung und Sehen Unsere Leistungsfähigkeit wird wesentlich von der Qualität unserer Ernährung mitbestimmt. Dabei ist qualitativ hochstehende, pflanzliche Nahrung von großer Bedeutung. Reifes Obst und Gemüse liefern uns wichtige Nährstoffe, die nicht nur unsere Funktionsfähigkeit erhalten sondern auch der Entwicklung von Krankheiten entgegenwirken. Gerade bei Störungen des Binokularsehens, das viele Menschen mit einer extra großen Anstrengung und unter ungeheurem Energieeinsatz zu kompensieren versuchen, kommt diesem Thema große Bedeutung zu. Das Energieniveau, der Kräftehaushalt bestimmt maßgeblich die Qualität der Kompensation einer Augenkoordinationsstörung. Dieses Seminar soll die Grundlagen einer gesunden, leistungserhaltenden Ernährung vermitteln. Weit verbreitete falsche Annahmen werden angesprochen und verschiedene relevante Studien miteinander verglichen. Zusammenhänge zwischen Nährstoffmangel und mangelndem Leistungsvermögen, mangelnder Aufnahmefähigkeit, körperlicher Unruhe und Augenerkrankungen werden aufgezeigt und mögliche Ansatzpunkte durch gezielte Ernährung besprochen. Die Referenten stellen auf Wunsch ihr Konzept vor, dass sie seit ca. zwei Jahren in der Praxis erfolgreich einsetzen. |
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| S 20 |
Dr. Andreas Berke Auswirkungen von Allgemeinerkrankungen auf das Binokularsehen Die Steuerung der Augenbewegungen ist ein hochkomplexes Geschehen, an dem weite Teile des Gehirns beteiligt sind. Vier der zwölf Hirnnerven sind an der Steuerung der Augen- und Lidbewegungen beteiligt. Die physiologischen und anatomischen Grundlagen der verschiedenen Stufen innerhalb der Hierarchie der Kontrolle der Augenbewegung werden diskutiert. Neben neurologischen Erkrankungen, kardiovaskulären Erkrankungen können auch Stoffwechselerkrankungen wie die Zuckerkrankheit die neuronale Steuerung der Augenmuskeln stören. Da die Augenbewegungen auch einer Kontrolle durch den Gleichgewichtssinn unterliegen, können Erkrankungen des Ohres zu Augenbewegungsstörungen führen. Mechanische Störungen der Augenbewegungen können durch krankhafte Veränderungen der Augenmuskeln selbst oder raumfordernde Prozesse in der Augenhöhle, die die Beweglichkeit der Augen behindern, hervorgerufen werden. Als mögliche Ursachen sind hier Erkrankungen der Schilddrüse oder der Nasennebenhöhle zu nennen. Die Therapie verschiedener Erkrankungen kann sich ebenfalls störend auf die Kontrolle der Augenbewegungen auswirken. Das Seminar wird auch Teste zur Prüfung der wichtigsten Reflexe (Fixation, okulo-vestibulärer Reflex, optokinetischer Nystagmus) und zur Motilitätsprüfung zum Thema haben. |
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| S 24 |
PD Dr. Edgar Friederichs Qualitätsmanagement in der Betreuung von Kindern mit visuellen Verarbeitungsstörungen: Wo und wie greift die MKH in das Gehirn ein? (Wdh.) Klassische klinische Kriterien bei der visuellen Korrektion sind u.a. eine Verbesserung des Raum-Lage-Verständnisses, geringere Kopfschmerzen, besseres Schriftbild. Diese Veränderungen betreffen das visuelle Verarbeitungssystem im Gehirn. Bei einer Reihe von Patienten werden aber auch durch eine optische Intervention andere Wahrnehmungssysteme im Gehirn beeinflusst, die in der Regel durch den Optiker schwer einzuschätzen sind. Eine Ergebnisqualität orientiert sich in diesen Fällen nicht nur an optischen Messergebnissen, d.h. guter technischer Prozessqualität, sondern auch am klinischen Verlauf. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Augenoptiker, Augenarzt und Entwicklungspädiater ist erforderlich. Im Seminar wird an Hand von einigen klinischen Beispielen ein klinisch orientiertes Qualitätsmanagement in der Vorgehensweise diskutiert. |
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| S 25 |
Jan Dominiczak Auswirkungen visuell verzögerter und lückenhafter Wahrnehmung auf Persönlichkeit und schulischen Erfolg (Wdh., erweitert) Nach wie vor ist WF für viele Eltern und Betroffene ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei bewirken Höhen-, Eso- und Exo-WF typische graphomotorische Auswirkungen, die altersunabhängig an der Handschrift erkennbar sind. Die Seminarteilnehmer steigen mit eigenen Augen und Fingern in die Rolle von Erstklässlern und fühlen die Herausforderung, richtig schreiben und lesen zu lernen. Die Umwelt mit einer fremden WF zu erleben kann zum Aha-Erlebnis werden – und für Optometristen zur Initialzündung? Die Teilnehmer wenden Nachfahrbögen an, und es werden Möglichkeiten für Eltern aufgezeigt, positive Veränderungen einer WF-Korrektion zu erkennen und zu dokumentieren. Weitere Inhalte:
Konkrete Beispiele zeigen die Chancen vollständiger optometrischer Versorgung, aber auch die Brisanz unvollständiger und abgesetzter Korrektionen. Sie zeigen zudem, dass Eltern und Lehrer sachkompetente Informationen zu Augenoptik und Augenheilkunde benötigen. Die Kinder brauchen zunächst und vor allem eines: Präzise Abbildung in ihren Augen! |
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| S 26 |
Prof. Dr. Holger Dietze Strabismus – was der Augenoptiker darüber wissen sollte (Wdh.) Wussten Sie schon, dass mindestens 5% der Menschen in Mitteleuropa schielen? Damit kommt diese Sehstörung rund 5mal häufiger vor als das Glaukom und mindestens ebenso häufig wie eine Farbsehstörung. Abgeklebte Brillengläser, herabgesetzter Visus, fehlende Stereopsis, Doppeltsehen nach einem anstrengenden Arbeitstag, Fragen der besorgten Eltern ob ihr Kind denn schiele – all das gehört zum Alltag des Augenoptikers. Was aber steckt dahinter? Das Seminar vermittelt Grundwissen zum Strabismus und hilft Ihnen, Ihre Fachkompetenz in Sachen Binokularsehen zu verbessern. Sie erfahren, wie ein Strabismus entsteht und wie das Sehen dadurch beeinflusst wird. Sie lernen einfache Teste kennen, die das Erkennen und die Beurteilung eines Strabismus ermöglichen. Sie hören, welche Optionen heute zur Behandlung des Schielens zur Verfügung stehen und welche Chancen damit verbunden sind. |
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| 19.30 Uhr | Abendveranstaltung (mit Nachtessen und Rückblicken auf 20 Jahre IVBV) | |
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Sonntag, 25. Mai 2008 |
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9.00
bis 13.30 Uhr Vorträge (mit anschließender Diskussion) |
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| 09.00 bis 09.50 Uhr | V 9 |
Klaus Fitz und Peter Fischer: MKH-Korrektionen – (k)ein Anlass zu juristischen Auseinandersetzungen? Augenoptik oder Heilkunde – oder keine(s) von beiden? MKH - ein Weg für die Betroffenen oder ein Fall für Anwälte und Gerichte!? Was führte bisher zu den Verfahren in der Frage zur MKH-Anwendung – und mit welchem Ausgang? Welchen Sinn kann man den Verfahren abgewinnen? Jede Brille, also jeder Ausgleich von nicht idealen Bildpositionen, wirkt sich dreidimensional aus. Mal mehr, mal weniger gut kontrolliert – so weit die Physik. Können zwei eigenständige Fachsprachen dieselben Begriffe verwenden und dabei Unterschiedliches meinen? Gibt es ein Recht auf freie Meinungsäußerung, auch wenn diese wissenschaftliche Belege ignoriert, welche bereits Wissen der Allgemeinbildung sind? Setzen juristische Auseinandersetzungen bestehende Regelwerke außer Kraft oder bestätigen sie diese in deutlicher Weise? Welche Rolle spielen Verwaltungsregeln Dritter? Juristisch Geklärtes, aber auch Kurioses, sind gute Vorlagen, um ein altes Bild neu zu sehen. Die eigenverantwortliche Inanspruchnahme zweier unterschiedlicher Dienstleistungen, deren Unterschied dem Normalbürger aus vielerlei Gründen bisher weitestgehend unklar blieb, braucht jedoch die Mündigkeit der Betroffenen – ebenso erkennbare Rechtssicherheit unter allen Beteiligten. Die Ursprünge der Rechtsprechung zu dieser Frage reichen weit zurück und erweisen sich als belastbare Grundlage, auch wenn geklärte Fragen nun wieder ausführlich diskutiert werden mussten. |
| 09.50 bis 10.20 Uhr | V 10 |
Dr. Andreas Berke: Auswirkungen von Allgemeinerkrankungen auf das Binokularsehen Die Steuerung der Augenbewegungen ist ein hochkomplexes Geschehen, an dem weite Teile des Gehirns beteiligt sind. Vier der zwölf Hirnnerven sind an der Steuerung der Augen- und Lidbewegungen beteiligt. Neben neurologischen Erkrankungen, kardiovaskulären Erkrankungen können auch Stoffwechselerkrankungen wie die Zuckerkrankheit die neuronale Steuerung der Augenmuskeln stören. Da die Augenbewegungen auch einer Kontrolle durch den Gleichgewichtssinn unterliegen, können Erkrankungen des Ohres zu Augenbewegungsstörungen führen. Mechanische Störungen der Augenbewegungen können durch krankhafte Veränderungen der Augenmuskeln selbst oder raumfordernde Prozesse in der Augenhöhle, die die Beweglichkeit der Augen behindern, hervorgerufen werden. Als mögliche Ursachen sind hier Erkrankungen der Schilddrüse oder der Nasennebenhöhle zu nennen. |
| 10.20 bis 10.50 Uhr | V 11 |
Dr. Daniel Bruun: Augenärztliche Erfahrungen mit augenoptischen Messwerten als Grundlage für Augenmuskeloperationen 1990 nach meiner Praxiseröffnung kam ich in Kontakt mit diversen Augenoptikern, die den Polatest anwandten und mir ihre Patienten zu Operation schicken wollten. Für einen vor allem chirurgisch ausgebildeten Augenarzt mit eingeimpfter Aversion gegen den Polatest bestand das Problem der Nachvollziehbarkeit und Kontrolle, der von den Optikern erzielten Resultate. Trotz Druck der Optiker verzichtete ich auf die Anschaffung des Polatests, vor allem auch weil sich herausstellte, dass wir mit Polatest und „konventionellen“ Methoden zu den gleichen Ergebnissen kamen. Es wird erläutert, wie diese ungewöhnliche Zusammenarbeit seit 17 Jahren so gut funktionieren kann und dazu aufgefordert zum Wohl der Patienten auf dogmatische Positionierungen zu verzichten. Anschließend bleibt genügend Zeit für kritische Einwände! |
| 11.50 bis 11.20 Uhr | Kaffeepause | |
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11.20 bis 11.50 Uhr |
V 12 |
PD Dr. Edgar Friederichs |
| 11.50 bis 12.20 Uhr | V 13 |
Urs Keller: Ernährung als grundlegender Aspekt der Optometrie und Kinderoptometrie Studien belegen, dass mit der täglichen Zufuhr von bestimmten Vitalstoffen wie Antioxidantien und gewissen Carotinoiden die Augengesundheit länger erhalten werden kann. Die vorwiegend aus pflanzlicher Nahrung stammenden Vitalstoffe haben eine bedeutende Wirkung auf die Leistungsfähigkeit des ganzen Organismus. Die Belastung durch oxidativen Stress – einem Ungleichgewicht zwischen aggressiven, freien Radikalen und den neutralisierenden Antioxidantien – hat negative Auswirkungen auf alle Aspekte des Sehens. Degenerative Veränderungen können ebenso begünstigt, wie die kognitive Sehverarbeitung beeinflusst und motorische Funktionen beeinträchtigt werden. Als Primary Eye-Care Provider ist der Optometrist die erste Ansprechperson wenn es um die Erhaltung des guten Sehens geht. In diesen Dienstleitungskatalog gehört auch die Beratung bezüglich präventiver Möglichkeiten. Dieser Vortrag soll einige Aspekte dieser Zusammenhänge und einen möglichen Weg zur Umsetzung in der täglichen Praxis aufzeigen. |
| 12.20 bis 12.50 Uhr | V 14 |
Volkhard Schroth Wie funktioniert die Prävalenz? Der Valenztest nimmt innerhalb der MKH ein wichtige Stellung ein. Klassicherweise wird es als das bestmögliche Korrektionsziel angenommen, wenn in beiden Darbietungsarten die Äquivalenz erreicht werden kann. Auch für die Theorie der MKH ist der Valenztest entscheidend, um eine Einteilung von FD-Unterarten vornehmen zu können. Wie die Prävalenz aus Sicht von H.-J. Haases Modellvorstellung funktioniert und der Zusammenhang zur Richtung einer Eso- oder Exo-Winkelfehlsichtigkeit wird im ersten Teil des Vortrags zusammengefasst. In den letzten Jahren sind ernst zu nehmende Zweifel an der Zuverlässigkeit der Aussagen am Valenztest aufgekommen. Studien haben gezeigt, dass viele Kunden nicht in der Lage sind, den Test genau zu beurteilen. Vor allem die Veränderung der Dreieckposition durch Prismenschritte kann meist nicht zuverlässig angegeben werden. In einer neuen Studie wurde der grundlegenden Frage nachgegangen, ob es häufig Vorn-Hinten-Unterschiede der Prävalenzen gibt, wenn man bestimmte Parameter genau kontrolliert (Jaschinski, Schroth: Individual cases of asymmetry in ocular prevalence for stereo objects with crossed and uncrossed disparity, Eingereicht bei Strabismus, 2008). Die Ergebnisse der Studie werfen neue Fragen zur Prävalenz auf. Nur in wenigen Einzelfällen konnte ein Vorn-Hinten-Unterschied gefunden werden, der aber nicht immer mit der Richtung der (Eso- oder Exo-) Winkelfehlsichtigkeit übereinstimmte. Offensichtlich funktioniert Prävalenz meist nicht so, wie von H.-J. Haase vermutet. Die Ergebnisse und ihre Konsequenzen für die praktische Anwendung des Valenztests werden diskutiert. |
| 12.50 bis 13.20 Uhr | V 15 |
Benjamin Walther Prismen bei Kopf-Zwangshaltungen? „Der Mensch nimmt bis zu 95% aller Sinneseindrücke über die Augen wahr“ – diese Feststellung trafen deutsche Sportärzte schon 2001! Könnte ein Zusammenhang bestehen zwischen zwanghafter (also nicht freiwillig aufzugebender und zu lösender, selbst nicht abtrainierbarer (!)) Kopfhaltung – sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Richtung? Also permanente, nicht aufzugebende, nicht abgewöhnbare Kopfverdrehungen und Kopfverkippungen, die sowohl Hals, Nacken als auch Wirbelsäule bis zum Schulterbereich in Mitleidenschaft ziehen? Könnten Ursachen dafür im Zusammenspiel der 12 Augenmuskeln liegen? Sind diese Zusammenhänge messbar? Können etwa „Prismen“ Erleichterung und Linderung schaffen, so dass sogar erfahrene Orthopäden Betroffene zum „Augenoptiker“ schicken? Die Antwort wird (vielleicht wider Erwarten?) NICHT eindeutig ausfallen, sondern differenziert: Videos und Fotos von Erlebnissen und Ergebnissen an und mit 10 Endverbrauchern (Lebensalter zwischen 7 und 87) werden Sie verblüffen! Keine Fach(hoch)schule, kein Fachbuch, kein Seminar, kein Vortrag brachte bisher zu diesen Zusammenhängen Erkenntnisse dieses Umfangs zutage. |
| 13.20 Uhr | Schlusswort | |
| 13.35 Uhr | Mittagessen | |