IVBV-Jahreskongress 2009

IVBV-Jahreskongress 2009
Der 22. Jahreskongress fand vom 5. bis 7. Juni 2009 im 'Best Western Mark Hotel Koblenz Lahnstein' in Lahnstein bei Koblenz (Deutschland) statt. In diesem Haus fanden bereits in den zurückliegenden Jahren Tagungen und Seminare der IVBV einen nahezu idealen Rahmen.
Das wissenschaftliche Programm stieß auf breite Akzeptanz bei den Teilnehmern. Es bot interessante Einblicke z.B. in die Ansätze US-amerikanischer Optometristen bei Binokularstörungen, aber auch der Austausch mit Vertretern angrenzender Disziplinen war sowohl im Rahmen von Vorträgen als auch von Seminaren möglich und wurde ausgiebig genutzt.
Um einige während des Kongresses entstandene
Schnappschüsse anzuschauen, klicken Sie bitte
hier.
Nachfolgend finden Sie einen Überblick über das
Programm.
| Freitag, 5. Juni 2009 | ||
| Seminare | ||
| 09.00
bis 10.30 und 11.00 bis 12.30 Uhr (180 Minuten) |
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S1 | Prof.
Ralph Krüger Die vollständige MKH (Wdh.) (Teil 1) Dieses Seminar hat sich zu einem Klassiker der IVBV-Kongress-Seminare entwickelt. In zwei mal drei Stunden wird ein umfassender Überblick über den aktuellen Stand der MKH für Ferne und Nähe gegeben. Unter Verwendung aktueller Präsentationstechnik wird für jeden Test detailliert erläutert,
Durch die verlängerte Dauer des Seminars kann sowohl auf den aktuellen Stand der Diskussion um die theoretischen Grundlagen der MKH als auch auf das praktische Vorgehen in schwierigen Fällen eingegangen werden. Teil 2 findet am Samstag ab 14.00 Uhr statt.
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S2 |
Esther
Goeltzer Das Seminar
gibt eine Einführung in die Ursachen und Arten neurologisch bedingter
Sehstörungen und gibt theoretische und praktische Anleitungen zu
neurovisueller Diagnostik und Therapie. |
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S 3 | Urs
Keller Netzwerkbildung mit angrenzenden Berufsgruppen Eine berufsübergreifende Zusammenarbeit mit Spezialisten anderer Fachrichtungen, die sich mit derselben Klientel beschäftigen, bringt Vorteile von ganz unterschiedlicher Couleur. Warum gelingt es den einen Kollegen, scheinbar mühelos ein riesiges Netzwerk aufzubauen und anderen nicht? Was sind die entscheidenden Kriterien für eine erfolgreiche und für alle Beteiligten gewinnbringende Vernetzung? Wo stecken die Erfolgsverhinderungs-Knackpunkte? Welche Fähigkeiten und Techniken können hilfreich sein? Was sind die Berührungspunkte und wo sind die Überschneidungspunkte zu den einzelnen, betroffenen Berufsgruppen? Wo soll/darf man wie viel Fachwissen einbringen und wo ist es besser sich zurück zu halten? Nach diesem Seminar haben die Teilnehmer konkrete Hilfsmittel zur Hand, um die von Ihnen gewünschten Erfolge möglich zu machen. Entsprechende Erfolgs-Techniken werden geübt und die dabei aufgedeckten Schwierigkeiten in der Gruppe diskutiert. |
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S 4 |
Georg Stollenwerk Anwendung ausgewählter Funktionsteste im Vorfeld der Augenglasbestimmung Vor Beginn einer Augenglasbestimmung ist es sinnvoll, bestimmte Sehfunktionen zu prüfen, um Hinweise auf bestehende Regelabweichungen und/oder Anomalien des visuellen Systems zu erhalten. Das Seminar zeigt auf, welche Funktionsteste in die tägliche Arbeit des MKH-Anwenders einfließen sollten, wie sie praktisch durchgeführt werden und wie bestimmte Beobachtungen zu bewerten sind. Hierbei wird schwerpunktmäßig auf den Covertest eingegangen; Stichwörter: Schielwinkel bei Strabismus, Mess- und Korrektionsmöglichkeiten an MKH-Testen, EB-Prisma, Unterscheidung zwischen harmonisch und unharmonisch anormaler Korrespondenz, Mikrostrabismus, exzentrische Fixation, Abgrenzung zum Uncovertest. Darüber hinaus werden die Messungen von Akkommodationsbreite und Konvergenznahpunkt besprochen. Schließlich wird erläutert, wie die Ergebnisse der Voruntersuchung ohne nennenswerten Zusatzaufwand im Verlauf der Augenglasbestimmung durch weitere wichtige Parameter ergänzt werden können; Beispiele: Sehschärfe, Stereotiefe, Stereogrenzwinkel. Durch eine insgesamt etwas modifizierte Vorgehensweise bei der Augenglasbestimmung werden Verbesserungen bestimmter Sehfunktionen "messbar", die Auswirkungen von Korrektionen also quantifizierbar (Erfolgsindikatoren). |
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S 5 |
Michael Hornig Mögliche Ursachen für gestörtes Binokularsehen aus der monokularen Vorkorrektion Die optimale Stereopsis, "das Stereosehgleichgewicht", ist das angestrebte Korrektionsziel in der MKH. Ein Ungleichgewicht der Augen verhindert dieses. Suppressionen und Exklusionen sind in der MKH ein Zeichen visueller Hemmungen und deuten auf ein Ungleichgewicht hin. Leider gibt es Einflüsse aus der monokularen Vorkorrektion auf das Binokularsehen, die das Erreichen des Stereosehgleichgewichtes verhindern werden und zu ungewöhnlichen Hemmungen führen. In dem Seminar sollen mögliche Quellen visueller Hemmungen aus der monokularen Vorkorrektion aufgezeigt und soweit möglich deren Korrektion besprochen werden. |
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S 6 |
Manfred Voit |
| S 7 |
Dr. Fritz Gorzny und Dr. Urs Schmied Augenärztliche Erfahrungen zu prismatischer Korrektion und operativer Korrektur von WF (Wdh.) Beim Fehlen kontrollierter wissenschaftlicher Studien zur MKH sind Anwendende mit langjähriger und vielseitiger Praxis eine wichtige Informationsquelle, auf die zugegriffen werden kann. Beide Vortragende sind seit vielen Jahren als MKH-Anwender mit schielchirurgischer Praxis tätig. Sie werden ihre Erfahrungen mit dem gesamten Spektrum von Korrektionen nach MKH darlegen. |
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| S 8 |
Volkhard Schroth MKH für erfahrene Anwender (Wdh.) Schwerpunkt 1: Stereopsis-Teste. Von allen MKH-Testen sind die Stereopsis-Teste sowohl für den Anwender als auch für Kunden am anspruchsvollsten. Wie kann man mit diesen Testen reproduzierbare und damit zuverlässige Korrektionsschritte finden? Welche Fallstricke lauern an diesen Testen und wie kann man sie vermeiden, um erfolgreiche Korrektionen zu erreichen? Die theoretischen Hintergründe werden dazu auf neustem, wissenschaftlichem Stand vermittelt, vor allem aber auch die konkrete, praktische Anwendung. Schwerpunkt 2: Erfolgreich korrigieren, indem man Kunden-Erwartungen und Möglichkeiten einer Brillenkorrektion realistisch in Übereinstimmung bringt. Dieser zweite Schwerpunkt des Seminars widmet sich der Frage, wie man den möglichen Korrektionserfolg frühzeitig abschätzen und bewerten kann, um damit gezielt auf die Erwartung der Kunden eingehen zu können. Dazu gehören die differenzierte Auswertung der Anamnese, die Funktionsteste für Akkommodation und Vergenz und die Messergebnisse an den Nahtesten. |
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| S 9 |
Rolf-Jürgen Dahl MKH in der Praxis des Optometristen (Wdh.) Der Referent beschreibt im Seminar den Ablauf der Refraktion mit Schwerpunkt MKH im Binokularbereich. Er zeigt seine Vorgehensweise in der täglichen Arbeit auf und geht dabei intensiv auf Auffälligkeiten während der Messung ein. Dies gilt sowohl für die monokulare wie auch für die binokulare Wahrnehmung des Probanden. Vom Crowding über "Auslasser", "Verdoppler" und "Verwechsler" sind es dann die Phänomene vor allem an den Binokulartesten, deren Deutung für den Prüfer oftmals sehr schwierig ist. Er geht auf psychologische Gesichtspunkte im Umgang mit dem Klienten ein und und spricht über die Bewertung von Fragebögen und Schriftbildern im Zusammenhang mit einer WF. Eine Darstellung und Erläuterung der fehlerhaften Wahrnehmung bei einer WF runden das Seminar ab. Am Ende des Seminars bleibt genügend Zeit zur Diskussion und Fragen an den Referenten. |
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| S 10 |
Désirée Ludwig-Stangenberg MKH – ein grundlegender Bestandteil der verantwortlichen Kinderoptometrie (Wdh.) Dieses Seminar richtet sich an MKH-Anwender/innen (AO-Meister/in), die sich nach erfolgreichen MKH-Korrektionen bei Erwachsenen jetzt vermehrt der Vermessung von kindlichen Sehfehlern zuwenden möchten. Gemeinsam werden die Teilnehmer/innen die einzelnen Bestandteile einer Sehfunktionsprüfung für Kinder zusammenstellen und den sinnvollen und rationellen Ablauf erarbeiten. Der fachlich qualifizierte und vor allen Dingen verantwortungsvolle Umgang mit kindlichen Sehproblemen soll im Vordergrund des Seminars stehen. |
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| S 11 |
Benjamin Walther Aus der Praxis – für die Praxis: Presbyopie + WF + Anisometropie – wie verdopple ich die Anzahl begeisterter Gleitsicht-Träger? (Wdh.) 56% der deutschen Bevölkerung ist presbyop – Tendenz steigend: Wie steht es um Ihre Stückzahlen begeisterter Gleitsicht-Träger? Ab wie viel Dioptrien beginnt für Sie "Anisometropie"? Gibt es so etwas wie "Gleitsicht-Unverträglichkeit"? Im ersten Seminar-Teil werden die acht verschiedenen Arten prismatischer (Neben-)Wirkungen in Gleitsicht-Brillengläsern samt den sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Praxis der täglichen Gleitsicht-Anpassung behandelt. Die sieben notwendigen Anamnese-Messungen MIT Schlussfolgerungen werden erläutert. Zahlreiche Demo-Videos von Endverbrauchern sowie acht Fallbeispiele mit konkreten Problemstellungen leiten über zum Praxis-Teil: Gibt es unter 40-jährige, die schon presbyop sind? Ab wann ist Anisometropie relevant für Gleitsicht? Was hat Anisometropie mit Winkelfehlsichtigkeit zu tun? Führt Anisometropie bei Mehrstärken-Brillengläsern zu denselben Auswirkungen wie bei Einstärken-Brillengläsern? Wie stelle ich bei Anisometropen Prismenbedarf fest? Funktioniert die MKH bei anisometropen Presbyopen? Welche Messungen und Vorgehensweisen führen zu verlässlichen Ergebnissen und sehbegeisterten Gleitsicht-Trägern? Gibt es einen "Refraktions-Ablauf-Plan" für (vielleicht winkelfehlsichtige?) anisometrope Presbyope? |
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| S 12 |
Jörg Raddatz Chancen und Perspektiven durch neues Patienteninformationssystem 'Qmeda' (Teilnahme kostenlos) Gesundheitsportale feiern Hochkonjunktur. Die beiden Marktführer verzeichneten allein im Januar 2009 über 60 Millionen Webseitenzugänge. Gesundheitsdienstleister sind, wenn überhaupt, nur selten vertreten, verlieren dagegen durch Onlineshops zunehmend Marktanteile. Um zukunftsorientierte Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wurden in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Leipzig und mit Unterstützung des Landes Sachsen, Marktanalysen durchgeführt - mit überraschenden Ergebnissen. Teil 1 / Kooperation Siebzig Prozent aller Befragten wünschen sich, bezogen auf ihr aktuelles Gesundheitsproblem, kompakte, schnell abrufbare Informationen und - Hinweise auf kompetente Ansprechpartner. Um dies Umzusetzen und gleichzeitig eine einfache Handhabung zu gewährleisten, besitzt Qmeda eine grafische Oberfläche mit neuer Benutzerführung. Ein Novum stellt die vollständige Integration aller Behandlergruppen (Ärzte, Gesundheitshandwerke und Therapeuten) und objektive Behandlung von Methoden dar. Berufspolitisch umstrittene Krankheitsbilder (Befindlichkeiten) und Untersuchungen sind berücksichtigt, sofern sie von allgemeiner Bedeutung und gesetzlich zulässig sind (z.B. Winkelfehlsichtigkeit und MKH). Da Produktpreis, Betriebsgröße oder Umsatz keinen Einfluss auf das Suchergebnis haben, bietet Qmeda gerade für Praxen und kleine bis mittlere Unternehmen mit hohem Qualifizierungs- und Fortbildungsaufwand eine ideale Plattform. Teil 2 / Nutzungsmöglichkeiten |
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| 12.30 bis 14.00 Uhr | Mittagspause | |
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Vorträge (mit anschließender Diskussion) |
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14.00 bis 14.10 Uhr |
Begrüßung und offizielle Eröffnung des Kongresses | |
| 14.00 bis 14.10 Uhr | V 1 |
Prof. Dr. Walter Rüßmann Indikation zur Therapie von Heterophorien Nach einer verbreiteten Definition bedeutet Indikation „die (Heil-)Anzeige. Grund oder Umstand, eine bestimmte ärztliche Maßnahme durchzuführen, die nach Abschätzen des möglichen Nutzens und Risikos (unter Beachtung etwaiger Kontraindikationen) für den Patienten sinnvoll ist.“ (Roche Lexikon Medizin 5) Indikation zur nichtoperativen (Brille, Prismen, Schulung) oder operativen Therapie von Heterophorien sind Beschwerden, die (eindeutig) auf die Heterophorie - dann besser als Pathophorie bezeichnet - zurückzuführen sind bzw. die durch deren Dekompensation verursacht werden. Das Beschwerdespektrum reicht von Schulversagen, über Kopf- und Augenschmerzen bis zu Sehstörungen für Ferne und/oder Nähe. |
| 14.00 bis 14.10 Uhr | V 2 |
Dr. Christian Bosshard Was leistet die MKH bei Kopfzwangshaltungen? Nach der Definition der verschiedenen Kopfzwangshaltungen wird eine Übersicht über mögliche Ursachen derselben gegeben. Diese können durch Veränderungen an Muskeln (fibrotisch, rheumatisch), an Knochen sowie durch Erkrankungen des Nervensystems und psychisch bedingt sein. Schwerpunkt des Vortrags bilden die augenbedingten Kopfzwangshaltungen und mögliche chirurgische Behandlungen derselben. Auf die diagnostischen Möglichkeiten und Grenzen bei der Anwendung der MKH wird hingewiesen. Die folgenden Krankheitsbilder werden beschrieben: Neurogene Augenmuskelparesen und dekompensierter Strabismus sursoadductorius, Retraktionssyndrom (Duane), Brown Syndrom, Alphabetsymptome (A-V-Symptom), Frühkindliches Schielsyndrom, Endokrine Orbitopathie, Orbitabodenfrakturen u.a. Abschließend wird auf Kopfzwangshaltungen hingewiesen, die durch nicht adäquaten Refraktionsausgleich entstehen. |
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14.00 bis 14.10 Uhr |
V 3 |
Dr. Wolfgang von Heymann Neurophysiologische Auswirkungen der WF und ihrer Korrektion auf die Haltungs- und Bewegungsorgane – aus manualmedizinischer Sicht Patienten mit akuten funktionellen Störungen an den Haltungs- und Bewegungsorganen lassen sich überwiegend gut mit Manueller Medizin diagnostizieren und therapieren. Etwa 70% der Patienten mit chronisch rezidivierenden Beschwerden jedoch bekommen diese Dysfunktionen – z. T. mit erheblich einschränkenden Wirkungen auf Leistungsfähigkeit und Lebensqualität – rückfällig als Konvergenzreaktion durch andere Dysfunktionen aus dem Bereich der Hirnnerven. Die Mehrzahl leidet an einer kraniomandibulären Dysfunktion, die übrigen zumeist an einer WF. Für den Manualmediziner gehört es seit kurzem zur Weiterbildung, über diese Zusammenhänge bescheid zu wissen und die notwendigen diagnostischen Schritte zu beherrschen, eine klinisch wirksame WF zu erkennen. An Beispielen wird erläutert, mit welchen Möglichkeiten der Manualmediziner eine störende WF erkennen kann, welche therapeutischen Schritte unternommen werden und welche Reaktionen eine WF Korrektion auf die Beschwerden an den Haltungs- und Bewegungsorganen, vorwiegend an der Wirbelsäule bis zum Becken bewirkt. |
| 15.40 bis 16.10 Uhr | Kaffeepause | |
| 16.10 bis 16.40 Uhr | V 4 |
Petra Friederichs Lernprobleme und Winkelfehlsichtigkeit – Prismenbrille und/oder gezieltes Lerntraining? (Learning problems and associated heterophoria – Prism spectacles and/or well-directed learning training?) Lernprobleme im Bereich des Lesen-, Rechnen- und Schreiben Lernens und der Gedächtnisfunktionen können viele unterschiedliche Ursachen haben. Hierzu zählen besonders visuelle und auditive Verarbeitungsstörungen. Eine differenzierte Diagnostik ist daher zunächst grundlegend wichtig. Ist eine Winkelfehlsichtigkeit als Ursache eines Lern- oder vielleicht auch sekundären Verhaltensproblems erkannt, so bringt häufig eine prismatische Brillenkorrektion betroffenen Kindern Erleichterung. Nicht aufgebaute neuronale Lernprozesse kann eine Prismenbrille jedoch nicht ersetzen oder nachträglich aufbauen. Das gilt sowohl für den zentralen visuellen als auch auditiven Bereich. Und somit sind die Lernprobleme meist nicht allein durch eine entsprechende Brillenkorrektion zu beheben. Hierfür sind unter Umständen gezielte Lerntrainings evtl. auch ein Verhaltenstraining ergänzend notwendig. Umgekehrt bringen in bestimmten Fällen Lerntrainings ohne eine entsprechende prismatische Korrektion auch nicht den gewünschten Erfolg. Warum eine Verbindung von Prismenbrille und gezieltem Lerntraining notwendig sein kann und was sie bewirken soll, wird in diesem Vortrag/Seminar exemplarisch dargestellt. An Hand von therapeutischen Fallbeispielen aus einer Schwerpunkteinrichtung für Entwicklung und Lernen werden den Zuhörern/Teilnehmern wichtige Zusammenhänge zwischen Lernproblemen, dem zentralen Sehen und Hören und einer prismatischen Korrektion vermittelt. |
| 16.40 bis 17.30 Uhr | V 5 |
Prof. Dr. Holger Dietze Amblyopie-Screening durch den Augenoptiker Die Entwicklung von Sehfunktionen im Kleinkindes- und Vorschulalter kann durch unerkannte Refraktionsfehler und Strabismus nachhaltig beeinträchtigt werden. Die in der Folge entstehende Amblyopie führt häufig zu lebenslangen Sehproblemen und zu einer Einschränkung der sozialen und intellektuellen Entwicklung des betroffenen Kindes. In vielen Fällen kann die Amblyopie jedoch mit einfachen Mitteln, die zur Bandbreite der modernen optometrischen Untersuchung gehören, verhindert oder zumindest frühzeitig entdeckt werden. In diesem Vortrag erfahren Sie, welch wichtige Rolle Refraktionsfehler bei der Ausbildung der Amblyopie spielen, wie diese im Screeningverfahren erkannt werden können und ab wann sie im kindlichen Auge als auffällig gelten. Eine Vertiefung der Inhalte und die praktische Anwendung der Screeningverfahren bietet das gleichnamige Seminar. |
| 18.00 bis 19.00 Uhr |
Imbiss
(kostenlos für
Teilnehmer der anschließenden Generalversammlung) |
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| 19.00 Uhr |
Generalversammlung (nur für
Mitglieder der IVBV) |
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| Samstag, 6. Juni 2009 | ||
| Vorträge (mit jeweils anschließender Diskussion) |
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| 09.00 bis 09.30 Uhr | V 7 |
Joachim Kleine Notwendigkeit und Grenzen der prismatischen Vollkorrektion Jahrelange Zusammenarbeit mit Lerntherapeuten, Ostheopaten, Orthopäden und Herrn Dr. Gorzny lassen auf schwierige Fälle zurückblicken. Die Notwendigkeit der Versorgung ergibt sich aus der Problemschilderung der Betroffenen bzw. der Eltern. Der fachliche Arbeitsaufwand ist oft der kleinste Zeitanteil. Die "Betreuung" der Betroffenen bzw. deren Eltern ist der größte Arbeitsaufwand. Erst wenn "alle" Beteiligten verstanden haben worum es geht, laufen die Messungen entspannt. Wir korrigieren voll aus und sobald sich Stabilität ankündigt, bereiten wir die OP vor. Denn die Grenze der Korrektion ist auch die Grenze der Zumutbarkeit durch die dicken "Dinger" zu sehen. Der Vortrag soll ermutigen Netzwerke aufzubauen und konsequent die Korrektionsschritte durchzuziehen. Die Betroffenen danken es sehr! |
| 9.30 bis 10:00 Uhr | V 8 |
Dr. Fritz Gorzny Umgang mit hohen prismatischen Messwerten Während bei der optometrischen Versorgung mit Prismenbrillen oft schon über Schwierigkeiten und mangelnde Kompliance ab 10∆ berichtet wird - vor allem bei Basislage innen, soll hier über die Behandlung von 31 Fällen mit großen Winkeln über 35∆ berichtet werden, die nach sorgfältigen MKH-Messungen und Probetragen von Prismenfolien ein oder mehrmals schieloperiert wurden. Die überzeugenden funktionellen und kosmetischen Ergebnisse scheinen die maximale Korrektur der WF zu rechtfertigen. |
| 10.00 bis 10.30 Uhr | V 9 |
Saskia Frank-Hoppe und Anika
Lütje Stabilität von binokularen Winkeln nach prismatischer Korrektion Prismatische Korrektionen werden von einigen Fachleuten mit der Begründung abgelehnt, dass sich nach deren Gabe stets wieder der gleiche Winkel des Stellungsfehlers einstelle. In einer retrospektiven Studie betrachteten wir im Rahmen unserer Bachelorarbeit an der TFH Berlin 212 Fälle bezüglich der Frage, ob bzw. unter welchen Bedingungen sich bei Heterophorien nach Prismengabe die messbare Größe des Stellungsfehlers ändert und wie groß die Zeitspanne ist, bis nach Prismengabe ein stabiles Ergebnis erreicht wird bzw. ob dieses überhaupt erreicht wird. Dazu wurden die Falldokumentationen einer augenärztlichen Praxis und eines augenoptischen Fachgeschäfts mit jeweils umfangreichem Klientel ausgewertet. Das Ergebnis unserer Arbeit soll dem MKH-Anwender helfen, den zu erwartenden Verlauf einer binokularen Korrektion besser abschätzen zu können. |
| 10.30 bis 11.00 Uhr | Kaffeepause | |
| 11.00 bis 11.30 Uhr | V 10 |
Prof. Dipl. Ing. (FH) Christoph
von Handorff Aniseikonien – Ursachen und Auswirkungen Die Aniseikonie ist eine in beiden Augen subjektiv wahrgenommene Bildungleichheit. Häufig sind Anisometropien hierfür verantwortlich, wobei zwischen Längen- und Brechwertanisometropien bezüglich ihrer Auswirkungen auf das „ideale“ Korrektionsmittel (Brille oder CL) unterschieden werden muss. Auch durch eine Cataract-Op. oder durch eine refraktive Chirurgie (z.B. LASIK) können heutzutage Aniseikonie induziert werden. Übersteigen Aniseikonien ein gewisses Maß, sind schwerwiegende binokulare Probleme möglich. Die Fusion ist gestört, Phorien können dekompensieren und Diplopie kann eintreten. |
| 11:30 bis 12.00 Uhr | V 11 |
Gudrun Westenberger Gleitsicht + Prisma: (K)ein Problem? Essilor-Erfahrungen mit prismatischen Gleitsichtgläsern • Anteile prismatischer Korrektionen • Verträglichkeit generell • Bezug zur prismatischen Wirkung • Bezug zur Gleitsichtgeneration bzw. zur Glasart • Kundenanfragen • Klärungsbedarf aus der Bestellung |
| 12.00 bis 12.30 Uhr | V 12 |
Benjamin Walther Wie messe ich WF bei Anisometropie? • Was hat Anisometropie mit Winkelfehlsichtigkeit zu tun? • Führt Anisometropie bei Mehrstärken-Brillengläsern zu denselben Auswirkungen wie bei Einstärken-Brillengläsern? • Wie stelle ich bei Anisometropen Prismenbedarf fest? • Funktioniert die MKH bei Anisometropen? • Funktioniert die MKH bei anisometropen Presbyopen? • Welche Messungen und Vorgehensweisen führten zu verlässlichen Ergebnissen und sehr gut verträglichen Prismenbrillen bei Anisometropen? • Wie werden aus winkelfehlsichtigen, presbyopen Anisometropen begeisterte Gleitsicht-Brillenträger? Dieser Vortrag beleuchtet sowohl die Theorie, bringt aber auch Beispiele aus der täglichen Augenoptiker-Praxis. |
| 12.30 bis 14.00 Uhr | Mittagessen | |
| Seminare | ||
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14.00 bis
15.30 und |
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S 1
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Prof.
Ralph Krüger Die vollständige MKH (Wdh.) (Teil 2) Teil 1 findet am Freitag ab 9.00 Uhr statt. (Inhaltsangabe siehe oben) |
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S 13 |
Prof. Dr.
Susan Cotter |
| S 14 |
Peter Augustynowicz Rationelle Brillenglasbestimmung (Refraktion und MKH) in der augenoptischen Praxis Wenn der Augenoptiker von den Ergebnissen seiner Brillenglasbestimmungen leben muss, kann er nicht beliebig viel Zeit investieren, denn auch diese Arbeit ist betriebswirtschaftlich zu sehen. Keinesfalls aber darf die Sorgfalt und Verantwortlichkeit bei der Gläserbestimmung unter Zeitdruck leiden! Es ist rationell, in straffer Systematik, unter Vermeidung überflüssiger Handlungen vor zu gehen. Das wird Ihnen in diesem Seminar vermittelt werden. Selbstverständlich werden theoretische Zusammenhänge in einfach verständlicher Weise jeweils dort eingeflochten, wo sie zum Verstehen der Sehfehler und ihrer Messmethodik unerlässlich sind. Der Referent wird auch alle Fragen der Teilnehmer zu beantworten sich bemühen und Anregungen behandeln. Nicht nur dieses Seminar, sondern auch die Arbeit mit dem fehlsichtigen Klienten wird neben Erfolg auch Spaß bringen. |
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S 15 |
Prof. Dr. Holger Dietze Amblyopie-Screening durch den Augenoptiker In diesem Praxis-Seminar erlernen Sie die theoretischen und praktischen Grundlagen zur Erkennung von amblyogenen Risikofaktoren, wie z.B. frühkindliche Refraktionsfehler und Strabismus. Alle hier gezeigten Verfahren dienen der Verbesserung der Gesundheitsfürsorge für unsere kleinen Kunden und zugleich einer verbesserten Zusammenarbeit mit dem Augenarzt. Die Umsetzung des durch die Arbeitsrichtlinien des ZVA abgesicherten Seminarinhaltes in die tägliche Routine erfordert nur einen geringen finanziellen Aufwand. |
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S 16 |
Esther Goeltzer Orthoptische und optometrische Diagnostik in der neurovisuellen Rehabilitation und im augenoptischen Alltag" ( Praxisteil zu Seminar 2 ) Hier werden orthoptische sowie optometrische Messmethoden vorgestellt und praktisch geübt, sinnvolle Handlungsabläufe erläutert und durchgeführt. - spezielle Anamnese - Covertest und Prismencovertest für verschiedene Blickrichtungen - und Distanzen - Beurteilung der Augenmotilität - Fingerperimetrie - Beurteilung der Pupillen/ Pupillenmotorik - Beurteilung der Lider - Betrachtung der Augenlinse und des Fundus mit dem Ophthalmoskop - Beurteilung des Binokularsehens - Ausgleich von Diplopie ( mit und ohne Polatest ) - Handling von Prismenfolien, resultierendes Prisma etc. - Fixationsübungen - Umgang mit dem Patienten / Kunden - Überweisung /Berichte an andere Berufsgruppen - Dokumentation Zweckmäßig ist es, vorhandene Prismenabgleichleisten, Cover-Kellen und das eigene Ophthalmoskop mitzubringen. DieTeilnehmer sollten bereit sein, sich gegenseitig als Proband zur Verfügung zu stehen. |
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S 17 |
Petra Friederichs Lernprobleme und Winkelfehlsichtigkeit – Prismenbrille und/oder gezieltes Lerntraining? In diesem Seminar werden die Erkenntnisse aus V 4 vertieft. |
| S 18 |
Beate Göpel Messmöglichkeiten jenseits der MKH-Richtlinien Mit Anwendung der MKH-Richtlinien kann man meistens einen guten Mess- und Korrektionswert erhalten, aber es gibt bekannterweise auch Ausnahmen. - Typische WF-Auffälligkeiten Ihres Klienten, jedoch mit der klassischen Vorgehensweise an den Testen ist nichts zu finden? Alles Nullstellung. - Keine halbwegs brauchbaren oder eindeutigen Aussagen vom Klienten zu erhalten? Nach diesem Seminar können Sie trotzdem helfen. Sie lernen gezielte, erprobte Vorgehensweisen, um auch in diesen Fällen einen Korrektionswert zu ermitteln. Zum Einsatz kommen: Funktionsteste, MKH-Teste, Wissen und Logik. - Arbeitshypothese - Ausgesuchte Fallbeispiele - Vorgehensweise - Beurteilung - Erfolgskontrollen - Protokollierung |
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| S 19 |
Prof. Christoph von Handorff Aniseikonien – Messmethoden und Korrektionsmöglichkeiten In dem Seminar werden die unterschiedlichen Messmethoden zur Bestimmung der Aniseikonie vorgestellt und erläutert. Es wird dabei auch auf die PC-gestützten Messverfahren eingegangen. Anschließend sollen die Korrektionsmöglichkeiten besprochen werden und dem Augenoptiker/Optometristen eine Strategie vermittelt werden, wie im Einzelfall die Aniseikonie beseitigt oder verringert werden kann. Hierfür sind Berechnungen nötig, die es ermöglichen, den Korrektionserfolg durch Veränderung bestimmter Parameter (HSA sowie Vorderflächenbrechwert, Mittendicke und Brechzahl des Brillenglases) vorherzusagen. Die Seminarteilnehmer sollten nach Möglichkeit einen Taschenrechner mitbringen. |
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| S 20 |
Markus Haseloff Praxis der MKH für Neu- und Wiedereinsteiger In diesem Seminar soll das Interesse an der MKH neu entdeckt oder wieder geweckt werden. Es werden in anschaulicher Weise die Grundlagen erläutert, die dafür nach den Richtlinien der IVBV benötigten MKH-Teste ausführlich besprochen und die sich daraus ergebenden Korrektionsschritte abgeleitet. Anschließend wird anhand eines Fallbeispieles die praktische Umsetzung gemeinsam erarbeitet: - Übergang von der monokularen zur binokularen Augenglasbestimmung - Mögliche Wahrnehmungen unseres "Klienten" an den Binokulartesten - Korrektion der Fehlstellungen mit entsprechenden Messgläsern. Das Seminar soll den Teilnehmern/innen die nötige Sicherheit geben, die MKH erfolgreich in der Praxis anwenden zu können. |
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| S 21 |
Jan Dominiczak Auswirkungen visuell verzögerter und lückenhafter Wahrnehmung auf Persönlichkeit und schulischen Erfolg (Wdh.) Nach wie vor ist WF für viele Eltern und Betroffene ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei bewirken Höhen-, Eso- und Exo-WF typische graphomotorische Auswirkungen, die altersunabhängig an der Handschrift erkennbar sind. Die Seminarteilnehmer steigen mit eigenen Augen und Fingern in die Rolle von Erstklässlern und fühlen die Herausforderung, richtig schreiben und lesen zu lernen. Die Umwelt mit einer fremden WF zu erleben kann zum Aha-Erlebnis werden – und für Optometristen zur Initialzündung? Die Teilnehmer wenden Nachfahrbögen an, und es werden Möglichkeiten für Eltern aufgezeigt, positive Veränderungen einer WF-Korrektion zu erkennen und zu dokumentieren. Weitere Inhalte:
Konkrete Beispiele zeigen die
Chancen vollständiger optometrischer Versorgung, aber auch die Brisanz
unvollständiger und abgesetzter Korrektionen. Sie zeigen zudem, dass Eltern
und Lehrer sachkompetente Informationen zu Augenoptik und Augenheilkunde
benötigen. Die Kinder brauchen zunächst und vor allem eines: Präzise
Abbildung in ihren Augen! |
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| S 22 |
Volkhard Schroth Studentenseminar (Wdh.) Die MKH korrekt anzuwenden ist eigentlich ganz einfach. Es gibt einige wenige fundamentale Prinzipien, aus denen man sich jeden Korrektionsschritt ableiten kann. Bevor es aber an die Prismen-Korrektion geht, ist die MKH als subjektiven Prüfmethodik auf Frage und Antwort angewiesen. Ohne ein zuverlässiges Verstehen der Kunden-Wahrnehmung wäre jeder Korrektionsversuch zum Scheitern verurteilt. Daher wird im Seminar die Fragetechnik genauer unter die Lupe genommen und in praktischer Demonstration vorgeführt. Als Schwerpunkt geht es um die Prinzipien: Was passiert mit dem Augenpaar/ was passiert im Gehirn: Stichwort Tonuslösung, Bildlagefehler, Stereopsis. MKH ist ganz einfach, wenn man die Testarten kennt – konventionell, FD-Test, Stereopsis-Test, was an Kundenwahrnehmungen vorkommen kann und wenn man die Schrittgröße an den verschiedenen Testen weiß. |
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| S 22 |
Konrad Saur und Lars Mendel Abbildungsfehler höherer Ordnung am menschlichen Auge und heutige Korrektionsmöglichkeiten (Teilnahme kostenlos) Moderne Autorefraktometer arbeiten heute nach dem Prinzip der Wellenfront Messung. Dabei werden alle Aberrationen d.h. Abbildungsfehler des menschlichen Auges erfasst. Dadurch ergeben sich wertvolle Hinweise für die subjektive Refraktion. Darüber hinaus gibt es heute Korrektionsmöglichkeiten, welche die Ergebnisse der Wellenfront Messung berücksichtigen. In diesem Seminar werden folgende Themen besprochen:
Für das Seminar steht ein
Wellenfront Autorefraktometer zur Verfügung, so dass einige Themen anhand
realer Messungen besprochen werden können. |
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19.00 Uhr |
Abendveranstaltung
mit Nachtessen |
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| Sonntag, 7. Juni 2009 | ||
| Vorträge
(mit jeweils anschließender Diskussion) |
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| 09.00 bis 10.00 Uhr | V 13 |
Prof. Dr. Susan Cotter General Approach to Binocular Vision Disorders as practiced by Optometrists in the United States (mit Übersetzung) Dr. Susan Cotter will provide a general overview of current concepts and the general treatment model used by optometrists in the United States to manage patients with binocular vision disorders. The general treatment model is mainly based on the assumption that binocular vision problems are caused by a misbalance in the vergence and accommodative systems. Treatment options typically include lenses, prisms, and vision therapy. The results from the Convergence Insufficiency Treatment Trial, a multi-center randomized clinical trial of children with symptomatic convergence insufficiency will provide optometrists with an evidence-based evaluation of the effectiveness of contemporary active therapy modalities for this prevalent binocular vision disorder. |
| 10.00 bis 10.30 Uhr | V 14 |
M.sc. Dipl.-Ing (FH) Michaela
Friedrich MKH und Funktionaloptometrie Auf den ersten Blick scheinen die zwei Methoden der MKH und der Funktionaloptometrie nichts gemeinsam zu haben, beschäftigt sich die MKH doch vordergründig mit der Korrektion von Heterophorien durch Prismen, während die Funktionaloptometrie vor allem auf dem Gebiet von funktional-optometrischem Training arbeitet. Dennoch gibt es einige Augenoptiker/Optometristen in Deutschland, die diese beiden Methoden in Verbindung einsetzen. Im Vortrag sollen die theoretischen Hintergründe und Einsatzgebiete beider Methoden vorgestellt werden. Es wird versucht, die Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Methode darzustellen und auf die Kombination beider einzugehen. |
| 10.30 bis 11.00 Uhr | Kaffeepause | |
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11.00 bis 11.30 Uhr |
V 15 |
Stefan Fischer Optometrie in der neurologisch-neuropsychologischen Rehabilitation Circa 10% der Patienten mit neurologischen Erkrankung leiden neben motorischen, sensorischen und neuropsychischen Funktions- und Aktivitätsstörungen (ICF) unter so genannten peripheren Sehstörungen (z.B. Diplopien durch Augenmuskelparesen, dekompensierte Heterophorien etc.). Die daraus resultierenden Sehbeeinträchtigungen können die Mobilität und die Selbständigkeit im Alltag beeinträchtigen, zu einer erhöhten psychischen Belastung führen und die Lebensqualität verringern. Der Vortrag zeigt auf, welchen Einfluss periphere Sehstörungen auf die Lebensqualität und auf den Erfolg einer Rehabilitationsmaßnahme nach einer neurologischen Erkrankung haben. Er veranschaulicht die neurologisch-neuropsychologischen Besonderheiten von Betroffenen und macht deutlich, welche Rolle ein Optometrist insbesondere in Kooperation mit klinischen Neuropsychologen bei der Rehabilitation dieser Patienten spielen kann. |
| 11.30 bis 12.00 Uhr | V 16 |
Maria Bogott und Jenny Ewald Die Bedeutung der optometrischen Versorgung in der neurologischen Klinik Dieser Vortrag gibt Ihnen einen Einblick in die Zusammenhänge zwischen neurologischen Erkrankungen und den möglichen Folgen für das Sehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Diagnose Schlaganfall/Infarkt sowie der Bedeutung dieser Erkrankung für den Optometristen. Es werden sowohl okuläre Anzeichen als auch Korrektionsmöglichkeiten von entsprechenden Sehproblemen diskutiert. Die für unsere Bachelorarbeit an der TFH Berlin zusammengestellten Inhalte unterstreichen, wie sinnvoll die Mitwirkung eines Optometristen bei der Betreuung und Versorgung Betroffener ist. |
| 12.00 bis 12.30 Uhr | V 17 |
Esther Adam Zerebrale Insulte und optometrisches Management Zerebrale Insulte, auch als Apoplex oder Schlaganfall bezeichnet, bilden nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tumorerkrankungen die dritthäufigste Todesursache (15 Prozent aller Todesfälle) in den Industrieländern. Jährlich erleiden in Deutschland durchschnittlich 150 Menschen pro 100 000 Einwohner einen Schlaganfall. Es handelt sich dabei um eine Durchblutungsstörung des Gehirns, deren Ursache in einer Gefäßruptur, einem Gefäßverschluss oder einer Gefäßeinengung hirnzuführender Arterien begründet ist. Aus evolutionsbiologischer Sicht ist das Auge ein Teil des Gehirns und alle Abschnitte der Sehbahn werden dem zentralen Nervensystem zugeordnet. Somit ist nahe liegend, dass insultbedingt häufig Sehstörungen auftreten können, wobei zerebrale Sehstörungen deutlich abzugrenzen sind von Sehstörungen bei Erkrankung des Auges oder des Sehnervs. Gesichtsfelddefekte und Neglect in Zusammenhang mit Insulten sind häufig beschrieben und auch hinsichtlich möglicher Therapien untersucht worden. Oft schildern die Betroffenen jedoch auch Sehstörungen in Form von Fusionsstörungen, deutlich reduzierter visueller Belastbarkeit und Konvergenzschwächen, die zu Doppelbildern und Anstrengungsbeschwerden besonders bei Naharbeit führen können. Aus optometrischer Sicht scheint es sinnvoll, diese Patienten nach der Mess- und Korrektionsmethode von H.-J. Haase (MKH) zu versorgen. Zusätzlich kann im Bereich der Rehabilitation funktionaloptometrisches Training angewendet werden. Eine Zusammenarbeit zwischen der TFH Berlin und einer neurologischen Fachklinik zeigte entsprechende Ergebnisse. |
| 12.30 bis 13.00 Uhr | V 18 |
Dr. Hannelore Pester Ursachen und klinische Erscheinungsbilder von Lateralitätsstörungen und ihr Einfluss auf das Sehen Lateralität (laterale Dominanz) ist eine biopsychosoziale Determinante, die auf Motorik und Perzeption grundlegenden Einfluss ausübt und damit das Erleben und Verhalten und die motorische Umsetzung erheblich beeinflusst. Lateralitätsstörungen zeigen sich einerseits in Dysbalancen der Interaktion der beiden Großhirnhälften mit Sprach-, Wahrnehmungs-, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen und andererseits in Blockaden der Vernetzung von Großhirn, Zwischenhirn und Stammhirn mit binokularen und binauralen Fusionsstörungen sowie Problemen in der Reizfilterung und sensomotorischen Steuerung. Unfälle, Schlaganfälle, Geburtsrisiken (z.B. Mehrlingsgeburten, Zangen-, Saugglocken- und Sectio-entbindungen) mit Blockierungen besonders in den Kopfgelenken könnten eine Entwicklung der genetisch angelegten lateralen Dominanz in Motorik und Sensorik behindern. Die Evolution hatte eine stärkere Arbeitsteilung des Gehirns und eine Asymmetrie der Informationsverarbeitung hervorgebracht. Die linke Großhirnhälfte entwickelte eine stärkere neuroanatomische Differenzierung und Lateralisierung. Sie zeigte eine besseren Zielmotorik, Bewegungsplanung, Steuerung der Kopf-, Augen- und Mundmotorik. Sie ergänzte die nonverbale und grobmotorische Verarbeitung der rechten Hirnhälfte (linke Hand). Dieser vermutliche Selektionsvorteil der dominanten linken Hirnhälfte, die die rechte Hand und die verbale Sprache steuert, wird in einer Rechtshänder-Umwelt weiter tradiert Die Bevorzugung einer Seite (z.B. Präferenzhändigkeit, Beinigkeit, Augendominanz u. Hörlateralität) ist ein sehr komplexes individuelles biopsychosoziales Phänomen. Die Ergebnisse unserer 40-jährigen Längsschnittstudie zur Lateralisation der motorischen und sensorischen Funktionsasymmetrien des Gehirns zeigen: Jeder Mensch entwickelt lebenslang unter vielfältigen biopsychosozialen Bedingungen sein individuelles Seitigkeitsprofil. Unsere Diagnoseverfahren werden im Workshop vorgestellt. |
| 13.00 Uhr | Schlusswort | |
| 13.10 Uhr | Mittagessen | |